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Renault: Der Arbeitskampf spitzt sich zu!

Aufgrund der Rekordeinnahmen bei Renault fordern die Beschäftigten nunmehr einen Lohnzuschlag von umgerechnet 1 € mehr pro Stunde. Deshalb hatten sie mehrere Aktionen geplant und durchgeführt (Yeni Haya – Neues Leben berichtete). Wegen diesen Aktionen sind in jüngster Vergangenheit 94 Autos weniger produziert worden. Dies hat die Führungsriege von Renault dann zum Anlass genommen zehn Mitarbeiter zu entlassen.

Arbeitskampf innerhalb und außerhalb

Die Entlassung der zehn Kollegen brachte sodann bei der Belegschaft das Fass erneut zum Überlaufen. So legten die Arbeiter der A-Schicht (Frühschicht) am 01.03.2016 ihre Arbeit nieder. Unterstützung kam dann von der B- und C- Schicht. Die Arbeiter versammelten sich draußen vor dem Werksgelände und bekundeten ihre Solidarität mit den Kollegen von der Frühschicht und den zehn Entlassenen. Der Arbeitskampf entfachte sich damit sowohl innerhalb als auch außerhalb des Fabrikgeländes. Bei diesem Arbeitskampf geht es aber um weit mehr als um den Lohnzuschlag und die Entlassenen. Die Beschäftigten sind mit einem viel größeren Problem konfrontiert; nämlich der Arbeitsverdichtung. Das Hochschrauben der Produktion und das Verringern der Beschäftigtenzahl gehen zu Lasten der Gesundheit der übrigen Beschäftigten. Die Arbeiter berichten, dass mehr als 150 Kollegen an Bandscheibenvorfällen, sowie anderen Gelenkbeschwerden leiden und trotz dessen im hohen Arbeitstempo weiterarbeiten müssen.

Angriff auf die Arbeiter

Alsbald rückte die Polizei an und erteilte den Arbeitern einen Platzverweis. Diese zeigten sich jedoch unbeeindruckt und aus Protest legten sie sich auf die Straße und blockierten damit den gesamten Verkehr. Daraufhin setzten die Einsatzkräfte Tränengas und Schlagstock ein und zerrten einige Arbeiter von der Straße. Darauf hin wurden fünfzehn Beschäftigte sind in Gewahrsam genommen . Ihnen droht der Prozess und Gefängnisstrafe. Einige sind verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Während die Polizei außerhalb des Werksgeländes vergeblich mit Gewalt versuchte den Willen der Arbeiter zu brechen, versuchte es das Renault-Management innerhalb der eigenen Werktore. So ordneten sie die Schließung der Kantine an, damit die streikenden Arbeiter nicht versorgt werden konnten. Doch die Streikenden zeigten sich unbeeindruckt und antworteten mit Slogans, wie „ Für uns gibt es den Tod, aber keine Rückkehr“ und „Überall ist Renault, überall ist Widerstand“. Ferner zieht der türkische Arbeitgeberverband der Metallindustrie (MESS), alle schmutzigen Register und bittet einige Minister der AKP-Regierung darum sich einzuschalten.

Eine Welle der Solidarität

Kurz nach dem der Widerstand bei Renault bekannt wurde, haben sich ArbeiterInnen aus den umliegenden Werken und anderen Wirtschaftsbranchen mit dem Widerstand bei Renault solidarisiert. So legten auch die im Umfeld beschäftigten Arbeiter ihre Arbeit nieder und eilten den Kollegen zur Unterstützung. Die Arbeiter bekundeten, dass der Arbeitskampf der Arbeitskampf aller Beschäftigten aller Branchen sei. Weiterhin bekundeten die Metallarbeiter in der türkischen Kleinstadt Eskisehir ihre Solidarität während ihres Warnstreiks gegen Leiharbeit und die Streichung des gesetzlichen Rechts auf Abfindung. Viele andere Beschäftigte und GewerkschafterInnen taten dem gleich.

Dieser Kampf lehrt und inspiriert und

Die Renault-Beschäftigten sind das beste Beispiel für die Solidarität unter den Beschäftigten selber. Ohne Unterschiede nach kultureller oder religiöser Herkunft zu machen, haben sich alle Beschäftigten zusammengetan und fordern die Wiedereinstellung der Kollegen, sowie den Lohnzuschlag. Das ist eine musterhafte und fortschrittliche Haltung. Und dies alles geschieht, ohne dass eine Gewerkschaft die Belegschaft organisiert. Mit diesem Arbeitskampf zeigen die Beschäftigten zu was sie fähig sind und verdeutlichen, dass sie keine Stellvertreter brauchen, die für sie die Angelegenheiten regeln. Bereits jetzt haben sie einen wichtigen Etappensieg errungen. Denn dieser Arbeitskampf ist ein Schlag der Beschäftigten ins Gesicht der Unternehmensführung. Denn die Führungsriege wird darin belehrt, doch nicht alles tun und lassen zu können, was sie wollen. Nun greifen sie als schlechte Verlierer zu rabiaten und unfairen Mitteln, wie der Zwangsräumung durch die Polizei und dem Schließen der Kantine.

Aus der Solidarität zum einheitlichen Arbeitskampf

Der Kampf der Renault-Arbeiter hat vor allem in den letzten Tagen gezeigt, dass dieser Arbeitskampf nicht nur der Kampf der Renault-Beschäftigten ist, sondern der Arbeiterinnen und Arbeiter in ihrer Gesamtheit. Denn alle unmittelbar und mittelbar Beteiligten starren auf diesen Arbeitskampf und verfolgen mit großem Interesse dessen Ausgang. Sollten der Kampf der Beschäftigten zerschlagen werden, blüht der Gesamtheit der Beschäftigten nichts Gutes. Daher wird das Bekunden der Solidarität der Beschäftigten und GewerkschafterInnen nicht ausreichen. Die Beschäftigten aller Branchen, samt den Gewerkschaften werden gehalten sein in Zukunft ihren Arbeitskampf aktiv und gegenseitig zu unterstützen. Es gibt nämlich keine andere Alternative, als geschlossen zu handeln. Denn auf Seiten der Arbeitgeber wird genauso verfahren. Nachdem MESS erkannt hat, dass die Renault-Leitung das Problem nicht lösen wird, versucht es das „Problem Renault“ zur Chefsache der Politik zu machen. Renault-Arbeiter kämpfen gerade „nicht nur“ für Lohnerhöhung, sondern auch für eine bessere Zukunft. Dieser Kampf kann nur gemeinsam bestritten und gewonnen werden.

Bericht: Onur Kodas


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit einiger Zeit kämpfen die Kollegen bei dem Automobilhersteller,  Renault in der westtürkischen Stadt Bursa um einen Lohnzuschlag. Es dauerte nicht lange bis sich die Beschäftigten aus den anderen Metallbetrieben solidarisierten. Damit setzten die Metallarbeiter einen regelrechten Flächenbrand. In den verschieden Branchen kämpfen die Kolleginnen und Kollegen nunmehr um einen Lohnzuschlag und bessere Arbeitsbedingungen.

Damit kommt dem Kampf der Kollegen bei Renault in dieser Hinsicht eine besondere Rolle zu. Besser gesagt, haben diese sich durch den Kampf zu einer Art Avantgarde entwickelt und alle Augen sind auf diesen Kampf gerichtet. D.h. sowohl die ArbeiterInnenklasse wie auch das Kapital verfolgen diesen Kampf sehr aufmerksam.

So wirft z.B. der Metallarbeitgeberverband der Türkei MESS, all ihre politische Verbindungen zum Staat in die Waagschale und lässt die Polizei gegen die Kollegen aufmarschieren. Es wurden innerhalb einer Woche 26 Kollegen entlassen, über 50 wurden Zwangsbeurlaubt. In der Regel werden diese Kollegen in der nächste Zeit alle entlassen.

Als Reaktion auf diese Repressionen haben die Kollegen die Arbeit niedergelegt und Fordern die Wiedereinstellung der entlassenen und natürlich die Erfüllung ihrer Forderung nach Lohnzuschlag.

Polizeikräfte (zum Teil berüchtigte Spezialeinheiten der türkischen Polizei) haben mit Tränengas und Knüppel die Kollegen angegriffen und mehrere verletzt. Einige mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Nach unseren Informationen wurden über 20 Kollegen „vorübergehend“ festgenommen.

Mehr Informationen könnt ihr diesem Schreiben beigelegte Artikel entnehmen.

Wir haben als DIDF eine Solidaritätserklärung unter Überschrift, „Renault Arbeiter sind nicht allein“ verfasst und an die Kollegen in Bursa zukommen lassen und an die türkische Presse weitergeleitet. Die Kollegen veröffentlichen diese Erklärungen auch über Facebook.

Wir fordern insbesondere die Kollegen aus der Automobil- und Zuliefererindustrie eigene Solidaritätserklärungen zu verfassen und sie an die Kollegen in Bursa zu senden. Falls gewünscht wird, würden wir gerne die Übersetzung der (möglichst kurzen) Erklärungen übernehmen und an die Kollegen weiterleiten.

 

–       Hoch die internationale Einheit der ArbeiterInnen und Solidarität

–       Renault Arbeiter sind nicht allein

–       Erfüllung der Forderung nach Lohnzuschlag

–       Rückzug der Polizeikräfte aus der Fabrikumgebung

Mit Solidarischen Grüßen

DIDF Bundesvorstand

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