Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen in der Gebäudereinigung: 2 Euro mehr Lohn pro Stunde!

Knapp 700.000 Menschen arbeiten in Deutschland in der Gebäudereinigung – viele von ihnen haben Migrationshintergrund. Sie sorgen jeden Tag dafür, dass Schulen, Krankenhäuser, Büros und öffentliche Einrichtungen sauber und nutzbar bleiben. Sie leisten eine Arbeit, die für unser gesellschaftliches Zusammenleben unverzichtbar ist.
Aktuell laufen die Tarifverhandlungen für die Kollegen in dem Bereich und die Gewerkschaft IG BAU fordert pro Stunde 2 Euro mehr für alle Beschäftigten bei einer Laufzeit von 12 Monaten – eine absolut notwendige Forderung, wenn man sich vor Augen führt, dass der Mindestlohn in der Branche weiterhin bei 15 € liegt!
Doch die Arbeitgeber machen auch in der zweiten Verhandlungsrunde weiterhin Angebote, die mit der Lebensrealität der Kolleginnen und Kollegen nichts zu tun haben. Erst ab Mai nächsten Jahres soll es 1,8 Prozent – und damit lediglich 27 Cent pro Stunde mehr geben. Dass dieses angebliche Angebot bei den aktuellen Teuerungen an der Supermarktkasse oder an der Tankstelle kaum einen Unterschied macht, ist kein Geheimnis. Noch dazu rückt die Arbeitgeberseite weiterhin nicht von einer 24-monatigen Laufzeit ab. Hinzu kommt für viele Kolleginnen und Kollegen schwere körperliche Anstrengung, unsichere Arbeitsverhältnisse sowie ein sehr hoher Zeitdruck.
Die Gebäudereinigung ist auch eine Branche, in der besonders viele migrantische Menschen und Frauen arbeiten. Rund 60 Prozent der Beschäftigten haben eine Migrationsgeschichte, mehr als 60 Prozent sind Frauen. Viele arbeiten in Teilzeit, auf Minijob-Basis oder unter unsicheren Bedingungen.
Das ist kein Zufall. Es sind gerade die Arbeitsbereiche, in denen viele Frauen und migrantische Beschäftigte tätig sind, deren Arbeit gesellschaftlich häufig wenig Anerkennung erfährt und deren Löhne besonders niedrig gehalten werden.
Wer von Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Teilhabe spricht, muss auch über gute Löhne, sichere Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen sprechen. Denn Solidarität bedeutet, nicht nur von Zusammenhalt zu reden, sondern gemeinsam dafür zu kämpfen, dass alle Menschen von ihrer Arbeit leben können!
Nachdem die ersten beiden Runden kein Ergebnis hervorgebracht haben, das die Beschäftigten annehmen können, ruft die IG BAU am 3. November unter dem Motto „Weil unsere Arbeit mehr wert ist!“ bundesweit zur gemeinsamen Demo nach Köln auf, wo die dritte Tarifrunde stattfinden wird. Die vielen sichtbaren Aktionen in zahlreichen Städten in den letzten Wochen zeigen, wie viele Kolleginnen und Kollegen laut hinter ihren Forderungen stehen.
Die 25 größten Unternehmen in der Branche haben ihre Umsätze im letzten Jahr im Durchschnitt um über 6 % gesteigert und das zeigt einmal mehr schwarz auf weiß, wie berechtigt die laufenden Forderungen eigentlich sind! Als DIDF sind wir deshalb solidarisch mit diesen Forderungen und mit ihrem Kampf – am 3. November in Köln bis hin zum Ende der Friedenspflicht am 31. Dezember und darüber hinaus! Denn wer die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen braucht, muss sie auch ordentlich bezahlen!
Zwei Euro mehr sind notwendig und gerecht!
Gute Arbeit verdient gute Löhne!
Föderation demokratischer Arbeitervereine – DIDF
