HERAUS ZUM 1. MAI

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Der 1. Mai steht für unsere gemeinsamen Kämpfe – für bessere Löhne, sichere Arbeitsplätze, bezahlbaren Wohnraum, für Frieden ein würdiges Leben für alle. Doch genau diese Errungenschaften geraten zunehmend unter Druck.

REFORMEN IM ARBEITSLEBEN? AUF WESSEN KOSTEN?

Immer mehr sogenannte „Reformen“ bedeuten in Wahrheit: mehr Unsicherheit, mehr Druck, weniger Schutz. Befristete Verträge, steigende Arbeitszeiten, sinkende Reallöhne – während wenige profitieren, tragen viele die Last. Wir sagen: So darf es nicht weitergehen!

Wie es scheint, hat die Regierung im Schulterschluss mit den Arbeitgebern beschlossen, die hart erkämpften Rechte der Arbeiterbewegung, wie den 8-Stunden-Tag, Streikrecht, Feiertage, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und vieles mehr, einzuschränken.

Während Konzerne wie Volkswagen (VW) zehntausende Arbeitsplätze streichen wollen, schütten sie gleichzeitig Milliarden an ihre Aktionäre aus und sparen auf unserem Rücken. Jahrelang haben die größten DAX-Unternehmen Milliardengewinne gemacht, allein 2024 über 110 Milliarden Euro Reingewinn. Doch wenn es um unsere Existenz geht, sollen plötzlich wir die Krisenlast tragen. Das akzeptieren wir nicht!

Die Verantwortung für Krisen wird auf uns Beschäftigte abgewälzt. Das sehen wir nicht zuletzt an den Benzinpreisen, die aus reiner Profitlogik voll auf uns abgegeben werden. Diese Rhetorik von: „In Deutschland wird zu wenig gearbeitet“ oder „Schluss mit Lifestyle-Teilzeit“ wird gezielt vorangetrieben. Die Tatsache, dass im letztem Jahr 1,2 Milliarden Überstunden gemacht wurden und davon 640 Millionen Stunden nicht bezahlt wurden, wird völlig verschwiegen. Diese Rhetorik ist kein Zufall, sondern bereitet weitere Angriffe auf unsere Rechte und Arbeitsbedingungen vor.

Denn: Die Politik setzt zunehmend auf Aufrüstung und Kriegslogik. Milliarden werden in das Militär gesteckt, während bei Bildung, sozialer Infrastruktur und im öffentlichen Dienst gespart wird. Diese Politik dient nicht unseren Interessen als Beschäftigte, sondern den Interessen von Konzernen und einer Wirtschaft, die immer stärker auf Kriegsproduktion ausgerichtet wird. Aufrüstung schafft keinen gesellschaftlichen Reichtum – sie bindet Ressourcen, verschärft Konflikte und macht uns langfristig unsicherer. Statt in Waffen zu investieren, brauchen wir Investitionen in unsere Zukunft: in Arbeitsplätze, soziale Sicherheit und eine lebenswerte Gesellschaft.

WIR LASSEN UNS NICHT SPALTEN

Besonders wir als Beschäftigte mit Migrationshintergrund spüren die Auswirkungen dieser Politik: Während sich unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen verschlechtern, wird versucht, uns zu spalten und gegeneinander auszuspielen.

Viele Kollegen in den Betrieben werden von dieser Propaganda beeinflusst. Soziale Probleme, Angriffe auf die Arbeits- und Lebensbedingungen und das Fehlen von Perspektiven werden auf migrantische Beschäftigte abgewälzt. Es erscheint so, als wären Migranten diejenigen, die am meisten vom „Sozialstaat“ profitieren, während die Zahlen doch etwas anderes beweisen. Menschen mit Migrationsbiografie sind überdurchschnittlich oft im Niedriglohnsektor zu unsicheren Arbeitsbedingungen beschäftigt. Das Bild, das aufgezeichnet wird, soll uns nur untereinander spalten.

Doch wir lassen uns nicht spalten! Wir stehen Seite an Seite – im Betrieb, auf der Straße und in den Gewerkschaften. In den letzten Tarifkämpfen haben wir gezeigt, welche Kraft wir haben: Zehntausende sind aufgestanden, haben gestreikt und sich gegen den Rechtsruck gestellt. Diese Stärke tragen wir am 1. Mai wieder auf die Straße – entschlossen, solidarisch und kämpferisch. Für höhere Löhne, sichere Arbeitsplätze, gegen Krieg, Aufrüstung und Nationalismus!

UNSERE ANTWORT: SOLIDARITÄT UND ZUSAMMENHALT!

Komm mit uns am 1. Mai auf die Straße! Für soziale Gerechtigkeit. Gegen Spaltung und Ausgrenzung!